Immerhin ein Vierteljahrhundert
Bandgeschichte markiert das Jubiläum, das Bajazzo 2004 beging.
Passend zur Rückblende und ganz ohne nostalgischen Beigeschmack
war auch Pascal von Wroblewsky mit unverwechselbarer Stimme an die Rampe
zurückgekehrt, um fortan wieder
der Besetzung anzugehören. Wie zu erwarten bot das Jubiläumskonzert
keinerlei sentimentale Rückblicke, Bajazzo ist aktuell und
dem zeitgemäß zeitlosen Konzept treu.
Im
Herbst 1978 gegründet, stand das ursprüngliche Quartett aus
Musikstudenten
um Gitarrist und Komponist Jürgen Heckel ganz im Zeichen
des damals gerade aufblitzenden Jazz-Rock. Inspiriert von der
rasanten Spielfreude legendärer Wegbereiter wie John McLaughlin,
Herbie
Hancock oder Joe Zawinuls Weather Report erspielte sich die
Band
schnell ein interessiertes Publikum. Mit dem baldigen Verklingen
des
Jazz-Rock anfänglicher Prägung hatte auch Bajazzo den Pfad der
Vorbilder
verlassen und mehr und mehr an einer eigenen musikalische Ausprägung
gearbeitet. Ein musikalisch ambitioniertes, vorwiegend dem Jazz
zugewandtes Konzept, das die Band über mehr als zwei Jahrzehnte
begleitete
und dabei den Turbulenzen des Zeitgeistes gelassen widerstand.
Das
aktuelle Repertoire, auch als aufwendige Studio-Produktion kurz
vor
Vollendung, präsentiert sich mit Blick in Richtung Lateinamerika,
nicht zuletzt dank einer äußerst lebendigen Rhythm-Section.
Mit Topo Gioa, Peter Michailow und dem kubanischen Bassisten
Alfredo Hechavaria ein bestens eingespieltes Team polyrhythmischer
Feinarbeit. Wroblewsky als Vokalartistin mittendrin und neben
Ausflügen in die Popgeschichte gewohnt ausladende Instrumentals.
Große harmonische Bögen bestimmen den Ablauf der Kompositionen,
die sich als musikalische Herausforderung, auch für verwöhnte
Ohren verstehen. Dabei erscheint die Musik wie eine Reise zwischen
den Kontinenten, deren Landschaften musikalisch nicht besser
verbunden
sein könnten als durch Jazz.
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BAJAZZO
2006 |
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